Sigrid Strehler und Karl-Heinz Lübcke
Unter diesem Namen hatte sich der Intendant Frank Düwel zum Kultursommer 2009 am 11. Juli in Mölln zusammen mit der Solocellistin der Lübecker Symphoniker Sigrid Strehler und dem Iaido-Meister Karl-Heinz Lübcke (7. Dan Iaido, Renshi) auf ein gewagtes Experiment ein­ge­lassen.

Iaido zu der Musik von Johann Sebastian Bach, genauer der Suite II.

Nicht nur bei den Freunden der klassischen Musik war eine gewisse Skepsis vorhanden („Bach verträgt vieles”), auch viele anwesende Iaidoka waren zu Beginn der Veranstaltung gespannt auf das, was kommen sollte, wo doch Vorführungen sonst in meditativer Stille durchgeführt werden.

Iaido zu der Musik von Bach
Zugegeben zu Anfang empfand ich die Musik etwas be­fremd­lich, doch nach einer Weile “störte” sie nicht mehr. Im Gegenteil, einen gewissen Zu­sammen­hang konnte man nicht leugnen. Er­grei­fend deutlich wurde dies für mich vor allem zu zwei Mo­men­ten der Vor­füh­rung. Nicht nur durch die eindrucksvolle und ausdrucksstarke Ausführung von Junto und Gyakuto, sondern auch durch eine sehr passende musikalische Stimmung wurde ich quasi mit allen Sinnen in die Situation gezogen. Unvergesslich.

Aus zwei scheinbar unterschiedlichen und auf Ihre Weise meisterlich dar­ge­botenen Künsten entstand etwas Neues. Etwas, das keine Iaido-Vorführung im “klassischen” Sinne und auch kein “normales” Konzert mehr sein wollte.

Später in der sehr ausgiebig genutzen Fragestunde wurde mir dann auch der Zusammenhang zwischen der Suite II und Iaido klar. Bei Bach geht es grob gesagt um den Tod, um Vergänglichkeit und um Gnade. Kein Wunder also, warum gerade so prägnante Formen wie die oben erwähnten den Zugang zur Musik öffneten.

Diskussionsrunde mit Frank Düwel, Sigrid Strehler und Karl-Heinz Lübcke (von links)
Alles in allem kann man dem Intendanten Frank Düwel und den Akteuren Sigrid Strehler und Karl-Heinz Lübcke nur gratulieren. Eine groß­artige Idee wurde beein­druckend dargeboten und ein weiteres im Herbst in Hamburg stattfindendes Konzert sei hiermit allen Inte­re­s­sierten wärmstens em­pfohlen.