Es kann nur einen geben!
Thema: Lehre
von hn 28/02/06

Doch gerade für Anfänger kann das auch manchmal arg verwirrend sein: Die Übungsleiter legen verschiedene Schwerpunkte, bevorzugen verschiedene Suburi-Übungen und zeigen manche Techniken auch anders. Man versucht also, den Ansprüchen des jeweiligen Sensei oder Sempai gerecht zu werden, nur um ein paar Tage später wieder etwas anderes hören (und einstudieren) zu müssen. Das frustriert zuweilen.

Ich denke, Übungsleiter und Schüler sollten gemeinsam dazu beitragen, solche Situationen zu vermeiden. Schließlich sollen die Übenden auch nicht das Gefühl haben, sie müßten ihren Kopf an der Dojotür abgeben. Doch für einen Sempai kann es sehr frustrierend sein, wenn er sein Wissen so gut er kann vermittelt, aber immer wieder damit konfrontiert wird, daß Schüler die Erklärungen eines anderen einleuchtender finden. Dies kann dadurch erleichtert werden, daß man zu jeder Korrektur auch eine Erklärung gibt und ihren Sinn begründet. Bleibt etwas unklar, kann man nachfragen, gegebenenfalls in einer Trainingspause.
Sagawa Sensei hat einmal gesagt: „Iaido beginnt da, wo alle Technik endet.“ In diesem Sinne zu üben bedeutet, daß man nicht im Erlernen bzw. Imitieren von Bewegungsabläufen steckenbleiben darf, sondern ein größeres Ziel hat, auf das man langsam aber stetig zuarbeitet. Körperhaltung, Rhythmus und Wahrhaftigkeit gehören neben der reinen Technik ebenfalls zur Kata. Anfänger sollten sich schnell daran gewöhnen, daß sie kein starres Regelwerk auswendig lernen sollen, sondern einen Weg vor sich haben. Und Wege haben nun einmal Kurven und Steigungen, sind breit oder schmal, eben oder abschüssig. Das macht es manchmal schwierig, immer aber spannend und abwechslungsreich. Wenn jeder Iaidoka sich darüber hinaus im Trainingsalltag selbst nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellt, entsteht eine Ruhe, die das ganze Dojo durchflutet. In solch einer konzentrierten, aber nicht verkrampften Atmosphäre läßt es sich am besten üben und der Fortschritt stellt sich mit der Zeit ein.
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