Eigentlich sollte die neue Artikelserie der Iaido-News exklusive Informationen zur Gründung, Geschichte und Philosophie der deutschen Iaido-Verbände liefern. Zu diesem Zweck hatte die Redaktion einen umfangreichen Fragebogen an die jeweiligen Geschäftsstellen geleitet, der jedoch leider ausnahmslos unbeantwortet blieb. So ist es uns nur möglich, unsere Serie mit öffentlich zugänglichen Informationen zu gestalten und einige Fragen werden naturgemäß unbeantwortet bleiben. Wir bitten unsere Leser um Verständnis.

Der Deutsche Iaido Bund (DIaiB) wurde am 25. August 2001 als eingetragener Verein in Nordrhein-Westfalen gegründet und löste wenig später den bereits seit den späten 80er Jahren bestehenden Deutschen Iaido Verband (DIV) ab. Dieser wurde durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Herbst des Jahres 2001 offiziell aufgelöst. Sein Vereinsvermögen, wie auch der Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Kendo Bund (DKenB) wurden vom DIaiB übernommen. Damit hat der DIaiB von der Zen Nihon Kendo Renmei das Prüfungsrecht erhalten. Er kann zur Zeit als einziger deutscher Dachverband für Iaido der Muso Shinden Ryu Lehrgänge mit einem Lehrer aus Japan anbieten: Als Nachfolger der Iaido-Legende Sagawa Sensei wird nun der mit dem achten Dan graduierte Soejima Sensei regelmäßig zu solchen Veranstaltungen eingeladen. Durch die Kooperation mit dem DKenB ist der DIaiB an die European Kendo Federation (EKF), wie auch die International Kendo Federation (IKF) angebunden. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß Mitglieder des DIaiB innerhalb der Muso Shinden Ryu international anerkannte Prüfungen ablegen können. Ebenso ist eine Teilnahme an Wettkämpfen möglich. Der DIaiB verfügt über eine deutsche Iaido-Nationalmannschaft.

Das erklärte Ziel des DIaiB ist die Förderung von Lehre im Iaido in Deutschland. Dazu gehört die Ausbildung von Übungsleitern, Prüfern und Wettkampfeinweisern und -richtern. Darüber hinaus organisiert der Verband Bundeslehrgänge, Wettkämpfe und Prüfungen.

Eine Mitgliederversammlung, bei der Einzelmitglieder Stimmrecht besitzen, wird im DIaiB nicht mehr abgehalten. Der Verband besitzt eine föderalistische Struktur. Ihm unterstehen Landesverbände. Diese setzen sich wiederum aus den Vereinen zusammen, die Mitglied im Landesverband und damit auch dem Bundesverband sind. Einfluß auf die Arbeit des Bundesverbandes können die Mitglieder noch über ihre Vereine nehmen, welche noch bis zum 01.01.2007 ein Stimmrecht auf der Mitgliederversammlung mit je einer Stimme besitzen. In Zukunft sollen nur noch die Landesverbände stimmberechtigt sein. Darüber hinaus besitzt auch der Vorstand ein Stimmrecht mit einer Stimme, welches jedoch bei Wahlen entfällt. Er besteht aus drei Mitgliedern: Dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und einem Schatzmeister.

Mit etwa 600 Mitgliedern nimmt der DIaiB für sich in Anspruch, der größte europäische Verband zu sein, in dem ausschließlich Iaido praktiziert wird. Etwa 1200 bis 1800 Budoka in Deutschland beschäftigen sich ausschließlich mit Iaido. Grund genug, auch andere Dachverbände in der Iaido-News vorzustellen.

Quelle: www.diaib.de